Analoge Zapfsäulenanzeige mit deutschen Bezeichnungen für Super und Super Plus an einer Tankstelle.

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Wer am Sonntag tankt, sollte nicht nur auf den niedrigsten Literpreis schauen. Entscheidend ist, ob der Preisvorteil die zusätzliche Strecke ausgleicht. Für eine belastbare Entscheidung brauchen Autofahrer den aktuellen Preis ihrer Kraftstoffsorte, den eigenen Verbrauch und die Entfernung zur Tankstelle.

Der Literpreis ist nur der erste Vergleich

Benzin und Diesel werden getrennt bewertet: Ein günstiger Dieselpreis ist für ein Benzinfahrzeug nicht relevant, ebenso wenig umgekehrt. Auch innerhalb einer Kraftstoffsorte können sich die Preise zwischen Tankstellen, Regionen und Tageszeiten deutlich unterscheiden.

Konkrete Tagespreise sollten immer unmittelbar vor dem Tanken in einer aktuellen Preisquelle geprüft werden. Der ADAC informiert über Kraftstoffpreise und das Tanken in Deutschland. Das Bundeskartellamt beobachtet den Wettbewerb und veröffentlicht Informationen zur Marktbeobachtung. Einzelne Werte können sich jedoch schnell ändern und sind deshalb nicht automatisch auf den gesamten Sonntag übertragbar.

Wichtig ist außerdem die Tankstellenlage. Stationen an Autobahnen, stark befahrenen Einfallstraßen oder in unmittelbarer Nähe großer Verkehrsknotenpunkte sind nicht zwingend die günstigste Wahl. Eine Station im Gewerbegebiet oder etwas abseits der Hauptstrecke kann preiswerter sein, verursacht aber möglicherweise einen Umweg.

So berechnen Autofahrer die tatsächlichen Tankkosten

Für den Preis einer Fahrt zur Tankstelle reicht diese einfache Rechnung:

Kosten je 100 Kilometer = Verbrauch in Litern je 100 Kilometer × Preis je Liter

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Beispiel mit frei gewählten Rechenwerten: Verbraucht ein Auto 6,5 Liter auf 100 Kilometer und kostet der Kraftstoff 1,80 Euro je Liter, entstehen 11,70 Euro je 100 Kilometer. Die Rechnung zeigt die Größenordnung, ersetzt aber nicht den aktuellen Preisvergleich.

Für den Umweg zählt die zusätzliche Strecke. Bei einem Umweg von 12 Kilometern und einem Verbrauch von 6,5 Litern je 100 Kilometer werden etwa 0,78 Liter zusätzlich benötigt. Bei einem angenommenen Literpreis von 1,80 Euro kostet dieser Umweg rund 1,40 Euro. Die günstigere Tankstelle lohnt sich dann nur, wenn die Ersparnis beim Tanken höher ausfällt als diese Zusatzkosten.

Die vollständige Rechnung lautet:

  1. Preisunterschied je Liter ermitteln.
  2. Getankte Liter festlegen.
  3. Ersparnis berechnen: Preisunterschied × Tankmenge.
  4. Zusatzverbrauch für Hin- und Rückweg berechnen.
  5. Zusatzverbrauch × aktueller Literpreis vom Preisvorteil abziehen.

Wer beispielsweise 45 Liter tankt, spart bei einem Preisunterschied von 5 Cent je Liter zunächst 2,25 Euro. Führt der Weg zur günstigeren Station aber zu einem längeren Umweg, kann dieser Vorteil vollständig verschwinden.

Tageszeit und Region verändern den Vergleich

Ein Preisvergleich ist nur dann aussagekräftig, wenn die Tankstellen möglichst zeitgleich betrachtet werden. Preise können sich im Tagesverlauf ändern. Ein günstiger Wert am Vormittag beweist daher nicht, dass dieselbe Station am Abend oder am nächsten Sonntag ebenfalls vorne liegt.

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Auch regionale Unterschiede spielen eine Rolle. Städte, ländliche Gebiete, Grenzregionen und touristische Orte können unterschiedliche Preisniveaus aufweisen. Daraus lässt sich jedoch kein sicherer allgemeiner Trend für jede Tankstelle ableiten.

Vor dem Start sollten Autofahrer deshalb prüfen:

  • Passt der angezeigte Preis zur eigenen Kraftstoffsorte?
  • Wann wurde der Preis zuletzt aktualisiert?
  • Wie viele Kilometer liegen tatsächlich zwischen den Tankstellen?
  • Muss die Strecke nur wegen des Tankens gefahren werden?
  • Ist die Tankmenge groß genug, damit sich der Preisunterschied auswirkt?

Wann sich ein Umweg am Sonntag lohnt

Ein Umweg ist besonders dann sinnvoll, wenn ohnehin eine Fahrt in diese Richtung geplant ist. Wer dagegen ausschließlich wegen eines kleinen Preisvorteils mehrere Kilometer fährt, sollte den Zusatzverbrauch und die eigene Zeit einrechnen.

Bei einem größeren Fahrzeugverbrauch, einer fast leeren Tankfüllung oder einer großen Tankmenge kann sich ein kleiner Preisunterschied stärker bemerkbar machen. Bei einem sparsamen Fahrzeug und nur wenigen nachzutankenden Litern ist der finanzielle Vorteil häufig gering.

Die beste Entscheidung ergibt sich deshalb aus drei aktuellen Angaben: dem Preis pro Liter, der benötigten Tankmenge und dem realen Zusatzweg. Für den nächsten Sonntagsvergleich sollten Autofahrer die Preise kurz vor der Abfahrt beim ADAC oder einer anderen verlässlichen aktuellen Preisquelle prüfen und anschließend die eigene Verbrauchsrechnung anwenden.

Quelle: ADAC

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