Zapfpistole an der Tankstelle beim Tankvorgang eines modernen Autos für den Artikel.

Benzin und Diesel sparen: So sinkt der Verbrauch

Wer weniger für Benzin oder Diesel ausgeben möchte, kann oft schon mit der eigenen Fahrweise und einigen einfachen Kontrollen beginnen. Reifendruck, Fahrzeuggewicht, Kurzstrecken, Geschwindigkeit, vorausschauendes Fahren und der Einsatz der Klimaanlage beeinflussen den Verbrauch. Vor der nächsten Fahrt lohnt sich außerdem ein Preisvergleich; aktuelle Kraftstoffpreise können über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe geprüft werden.

Die größten Verbrauchstreiber im Alltag erkennen

Der Kraftstoffverbrauch steigt nicht nur durch schnelles Fahren. Auch kalte Motoren, häufiges Beschleunigen, unnötige Last und ein zu niedriger Reifendruck können die Fahrtkosten erhöhen. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt vom Fahrzeug, der Strecke, dem Wetter und dem individuellen Fahrstil ab.

Ein einzelner niedriger Verbrauchswert ist deshalb kein zuverlässiger Beweis für eine bestimmte Sparmaßnahme. Aussagekräftiger ist es, den eigenen Verbrauch über mehrere Tankfüllungen unter vergleichbaren Bedingungen zu beobachten.

Maßnahme Warum sie helfen kann Worauf zu achten ist
Reifendruck prüfen Weniger Rollwiderstand kann den Verbrauch senken Vorgaben des Fahrzeugherstellers beachten
Unnötige Last entfernen Weniger Gewicht erleichtert das Anfahren Dachträger und Boxen bei Nichtgebrauch abnehmen
Vorausschauend fahren Weniger starkes Bremsen und Beschleunigen Abstand halten und den Verkehr früh beobachten
Geschwindigkeit reduzieren Der Luftwiderstand nimmt bei höherem Tempo stark zu Verkehrslage und zulässige Geschwindigkeit einhalten
Kurzstrecken bündeln Der Motor erreicht schneller seine Betriebstemperatur Wege zusammenlegen oder zu Fuß erledigen
Klimaanlage bewusst nutzen Zusätzliche Motorarbeit kann vermieden werden Komfort und Sicherheit nicht beeinträchtigen

Reifendruck und Fahrzeuggewicht vor der Fahrt prüfen

Der richtige Reifendruck gehört zu den schnellsten Kontrollen. Die Angaben finden sich meist an der B-Säule, an der Tankklappe oder in der Betriebsanleitung. Maßgeblich ist der vom Hersteller genannte Wert für die jeweilige Beladung, nicht der Höchstwert auf der Reifenflanke.

Der Druck sollte möglichst bei kalten Reifen kontrolliert werden. Bei längeren Fahrten oder voller Beladung kann ein anderer Wert vorgesehen sein. Ein zu niedriger Druck erhöht den Rollwiderstand und kann außerdem das Fahrverhalten sowie den Reifenverschleiß beeinflussen. Zu hoher Druck ist ebenfalls keine sinnvolle Sparstrategie, wenn er nicht den Herstellerangaben entspricht.

Auch Gegenstände im Kofferraum summieren sich. Getränkekisten, Werkzeug oder Sportausrüstung sollten nicht dauerhaft mitfahren, wenn sie nicht gebraucht werden. Dachträger und Dachboxen erhöhen den Luftwiderstand besonders deutlich und sollten nach der Reise abgenommen werden.

Kurzstrecken bündeln und kalte Motoren berücksichtigen

Auf kurzen Wegen ist der Verbrauch häufig höher, weil der Motor und andere Bauteile ihre optimale Betriebstemperatur noch nicht erreicht haben. Zusätzlich wird das Fahrzeug bei vielen kurzen Fahrten immer wieder gestartet und beschleunigt.

Wer mehrere Erledigungen hat, kann sie zu einer längeren Fahrt verbinden. Für sehr kurze Wege kommen – je nach Strecke und Wetter – auch Fahrrad, öffentlicher Verkehr oder ein Fußweg infrage. Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, ist dagegen weder eine sinnvolle Sparmaßnahme noch überall erlaubt.

Benzin und Diesel sparen: So sinkt der Verbrauch

Vorausschauend fahren statt spät reagieren

Eine gleichmäßige Fahrweise reduziert unnötige Energieverluste. Wer weit nach vorne schaut, kann früher vom Gas gehen, den Abstand halten und starke Brems- sowie Beschleunigungsvorgänge vermeiden. An roten Ampeln oder bei stockendem Verkehr sollte der Fahrer die Situation früh einschätzen, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu behindern.

Auf Gefällestrecken darf das Fahrzeug nicht ausgekuppelt oder ausgeschaltet werden, wenn dadurch die Kontrolle oder wichtige Funktionen beeinträchtigt werden. Sicherheit, Bremsbereitschaft und die Einhaltung der Verkehrsregeln haben Vorrang vor jeder möglichen Verbrauchsersparnis.

Geschwindigkeit an Strecke und Verkehr anpassen

Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand deutlich. Deshalb kann eine moderate Geschwindigkeit auf Autobahn und Landstraße den Verbrauch stärker beeinflussen als kleine Änderungen beim Beschleunigen. Besonders häufiges schnelles Fahren und anschließendes starkes Bremsen kosten Energie.

Eine sparsame Fahrweise bedeutet nicht, den Verkehr zu blockieren. Entscheidend ist, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten, ausreichend Abstand zu halten und das Tempo gleichmäßig an die Straßen-, Wetter- und Verkehrslage anzupassen.

Klimaanlage und elektrische Verbraucher bewusst einsetzen

Die Klimaanlage benötigt zusätzliche Energie. Bei großer Hitze kann sie den Verbrauch erhöhen, insbesondere bei niedriger Geschwindigkeit oder im Stadtverkehr. Nach dem Abstellen in der Sonne kann kurzes Lüften helfen, die aufgeheizte Luft aus dem Fahrzeug zu lassen.

Während der Fahrt sollte die Klimaanlage so eingestellt werden, dass ein angenehmes und sicheres Innenraumklima entsteht. Bei sehr hohen Außentemperaturen darf aus Spargründen nicht auf ausreichende Kühlung verzichtet werden. Beschlagene Scheiben müssen jederzeit schnell und zuverlässig frei bleiben.

Den eigenen Verbrauch pro 100 Kilometer berechnen

Für eine verlässliche Einschätzung reicht eine einfache Rechnung:

Benzin und Diesel sparen: So sinkt der Verbrauch

Verbrauch in Litern pro 100 Kilometer = getankte Liter ÷ gefahrene Kilometer × 100

Beispiel: Werden 42 Liter getankt und damit 560 Kilometer gefahren, ergibt sich ein Verbrauch von 7,5 Litern pro 100 Kilometer. Für die Fahrtkosten wird anschließend der Verbrauch mit dem bezahlten Preis pro Liter multipliziert.

Am besten werden Kilometerstand, getankte Liter und Preis über mehrere Tankfüllungen notiert. So lassen sich saisonale Effekte, Stadtverkehr, Beladung und unterschiedliche Fahrstrecken besser einordnen. Der Bordcomputer ist hilfreich, kann aber je nach Fahrzeug vom tatsächlich berechneten Wert abweichen.

Vor dem Tanken aktuelle Preise vergleichen

Kraftstoffpreise können sich im Tagesverlauf und zwischen Tankstellen unterscheiden. Wer vor dem Tanken vergleicht, sollte den aktuellen Preis, den Umweg und den möglichen Zeitaufwand gemeinsam betrachten. Eine deutlich günstigere Tankstelle lohnt sich nicht automatisch, wenn dafür ein längerer Umweg nötig ist.

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe veröffentlicht Informationen zur Preistransparenz. Die Bundesnetzagentur stellt dazu Hintergrundinformationen bereit. Für die konkrete Entscheidung zählen dennoch der aktuell angezeigte Preis, die Entfernung und die Verfügbarkeit an der jeweiligen Tankstelle.

Vor der nächsten Fahrt genügt eine kurze Routine: Reifendruck kontrollieren, unnötige Last entfernen, den aktuellen Preis vergleichen und den eigenen Verbrauch nach dem Tanken notieren. So wird aus einem allgemeinen Spartipp eine nachvollziehbare Haushaltsrechnung.

Quelle: Bundesnetzagentur

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