Eine Garderobe mit Kippa, Kopfhörern, roter Gebetskette, Jacken und verschiedenen Sneakern im Innenbereich.

Essener Projekt gegen Antisemitismus erreicht Bundesfinale

Das Essener Präventionsprojekt „Run in My Shoes“ hat einen bedeutenden Erfolg auf nationaler Ebene erzielt. Das Vorhaben des Kommunalen Integrationszentrums (KI) Essen wurde aus über 310 bundesweiten Bewerbungen als eines von 29 Projekten in die Endrunde des Margot Friedländer Preises gewählt. Die Jury hob dabei insbesondere die hohe inhaltliche Qualität und das kontinuierliche Engagement der Beteiligten hervor. Die Auswahl unterstreicht die Relevanz der Essener Arbeit im Bereich der demokratischen Bildung.

Zielgerichtete Präventionsarbeit gegen Antisemitismus

Seit 2018 widmet sich das Projekt der pädagogischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Das Team verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz: Antisemitismus wird nicht als isoliertes aktuelles Problem betrachtet, sondern als historisch gewachsenes Phänomen verstanden, das in der Shoah seine extremste Ausprägung fand. In interaktiven Workshops werden Jugendliche dazu befähigt, antisemitische Denk- und Handlungsmuster zu erkennen, einzuordnen und ihnen aktiv entgegenzutreten.

Ein zentrales Element ist der Peer-to-Peer-Ansatz, der das Lernen auf Augenhöhe ermöglicht und die Wirksamkeit innerhalb jugendlicher Lebenswelten stärkt. Zudem orientiert sich die methodische Arbeit am dialogischen Ansatz nach David Bohm. Durch offene, wertschätzende Gesprächsformate wird der Perspektivwechsel gefördert, was ein vertieftes Verständnis für komplexe gesellschaftliche Themen unterstützt. Galina Borchers, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, betont: „Dies ist eine wertvolle Anerkennung für unsere Arbeit. In den vergangenen Jahren konnten wir viele Jugendliche in Bezug auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sensibilisieren.“

Hintergrund zum Margot Friedländer Preis

Der Margot Friedländer Preis würdigt Initiativen, die sich für Toleranz, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie einsetzen. Er zielt darauf ab, die Aufklärung über den Holocaust und Antisemitismus in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Schulen, Hochschulen, Vereinen oder Betrieben zu stärken. Die Auszeichnung wird seit 2024 von der Margot Friedländer Stiftung vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Sie unterstreicht den hohen Stellenwert, den die Demokratiebildung in der heutigen Gesellschaft einnimmt.

Teilnahme und Informationen für Interessierte

Das Projekt „Run in My Shoes“ richtet sich an junge Menschen und Institutionen, die sich aktiv mit den Themen Antisemitismus und Rassismus auseinandersetzen möchten. Die Anerkennung durch die Jury bestätigt den Stellenwert der Essener Arbeit als Beitrag für eine tolerante und demokratische Gesellschaft. Detaillierte Informationen zu den Workshops, den pädagogischen Inhalten und den Möglichkeiten zur Teilnahme sind auf der offiziellen Webseite der Stadtverwaltung unter www.essen.de abrufbar. Dort finden Interessierte auch weiterführende Hinweise zu den Angeboten des Kommunalen Integrationszentrums.

Quelle: City of Essen Press Releases

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