Frankfurt: St. Leonhardskirche öffnet nach 15 Jahren wieder ihre Tore

Blick auf die Frankfurter Skyline mit dem Main und der historischen Bebauung.

Nach einer beispiellosen Sanierungsphase, die den historischen Kern der Stadt über Jahre beschäftigte, ist einer der bedeutendsten Sakralbauten Frankfurts wieder vollständig zugänglich. Ab Sonntag, dem 16. August, können Besucher die Nordvorhalle der St. Leonhardskirche sowie den Salvatorchor und die Heilig-Grab-Kapelle wieder besichtigen. Damit endet für diesen Teil des Kulturdenkmals eine rund 15 Jahre dauernde Schließung.

Ein langer Weg zur Wiedereröffnung

Obwohl die Kirche bereits 2019 feierlich wiedereröffnet wurde, blieben wesentliche Bereiche für die Öffentlichkeit verschlossen. Offene Fragen zur Beschaffenheit des Baugrunds und zur Standsicherheit verhinderten damals eine Freigabe der Nordvorhalle. Ein neu zusammengestelltes Team untersuchte die komplexe Ausgangslage, entwickelte eine Lösung und bereitete die weitere Planung vor.

Die Umsetzung erfolgte in zwei Abschnitten: Mitte 2023 begann die statische Ertüchtigung, ab Mai 2024 schloss sich die Restaurierung des Innenraums an. Nach Angaben der Stadt Frankfurt erstreckten sich die Arbeiten insgesamt über rund drei Jahre. Beteiligt waren unter anderem Planungs- und Restaurierungsteams, Fachfirmen, das Bistum Limburg, die katholische Kirchengemeinde, das Landesdenkmalamt und die Stadt.

Aufwendige Sicherung unter der Nordvorhalle

Die vergleichsweise kleine Nordvorhalle stellte die Fachleute vor erhebliche konstruktive Herausforderungen. Bevor Gewölbe, Wände und Ausstattung restauriert werden konnten, musste zunächst gewährleistet sein, dass sich der Gebäudeteil dauerhaft stabilisieren lässt.

Dombaumeisterin Julia Lienemeyer vom städtischen Amt für Bau und Immobilien erläuterte, dass die Nordwand zunächst mit den im 16. Jahrhundert vorgesetzten Pfeilern rückverankert wurde. Anschließend unterfing eine Spezialtiefbaufirma die Wand mit rund 70 Betonsäulen. Diese reichen zwei bis vier Meter tief in den Baugrund und haben einen Durchmesser von bis zu 1,40 Metern.

Während der Arbeiten überwachten eigens montierte sogenannte Schlauchwaagen selbst kleinste Bewegungen. Diese Messinstrumente ermöglichten eine Kontrolle im Millimeterbereich. Anfang 2024 war die statische Sicherung abgeschlossen. Erst damit bestand eine verlässliche Grundlage für die folgenden restauratorischen Eingriffe im Inneren.

Frankfurt: St. Leonhardskirche öffnet nach 15 Jahren wieder ihre Tore

Welche Räume und Bauteile restauriert wurden

Die Arbeiten erfassten nicht nur die Nordvorhalle selbst, sondern auch den Salvatorchor und die Heilig-Grab-Kapelle. Restauriert wurden sämtliche Deckengewölbe und Wände, die beiden romanischen Portale sowie Sandsteinelemente wie Rippen, Bögen und Stürze.

Auch jüngere und bewegliche Bestandteile gehörten zum Projekt: Fachleute arbeiteten die Bleiverglasung aus den 1990er-Jahren von Ludwig Schaffrath, die hölzernen Eingangstüren und zwei historische Beichtstühle auf. Zusätzlich wurde die Gebäudetechnik vollständig erneuert. Dazu zählen ein Klimamonitoring zur Beobachtung der Bedingungen im Innenraum und ein neues Beleuchtungskonzept.

Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, im Magistrat für die Dotationskirchen zuständig, bezeichnete die Öffnung als Rückgabe eines lange nicht zugänglichen Ortes an Gemeinde, Bürger und Besucher. Dompfarrer Johannes zu Eltz verwies auf die Geduld, die das komplizierte und langwierige Vorhaben allen Beteiligten abverlangt habe.

Besuch ab dem 16. August

Die wiederhergestellten Bereiche sind laut einer Mitteilung der Stadt Frankfurt ab Sonntag, dem 16. August, wieder geöffnet. Gesonderte Besuchszeiten, Eintrittspreise, Buchungsvorgaben oder Hinweise zur Barrierefreiheit nennt die städtische Ankündigung nicht. Wer die Nordvorhalle, den Salvatorchor und die Heilig-Grab-Kapelle besichtigen möchte, sollte deshalb vor dem Besuch die aktuellen Informationen der Kirche beziehungsweise der Stadt prüfen.

Quelle: City of Frankfurt Press News

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