Historisches Gebäude des Polizeipräsidiums mit altem Automobil und Motorrad auf einer menschenleeren Straße.

„gefährdet leben“ in Düsseldorf: frei bis 30. August

Die Sonderausstellung „gefährdet leben“ ist noch bis zum 30. August 2026 in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zu sehen. Der Eintritt ist frei. Angesprochen sind Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen – darunter Menschen aus Düsseldorf, Studierende sowie Gäste der Stadt.

Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten queerer Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Die Ausstellung betrachtet nicht allein die Opfer, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der queeren Community und die Hilfe, die Verfolgte erhielten.

Die Mahn- und Gedenkstätte befindet sich an der Mühlenstraße in der Düsseldorfer Altstadt, mit Blick auf den Burgplatz. Die Angaben zu Laufzeit, Inhalt und Eintritt stammen aus einem am 20. August veröffentlichten Beitrag von Visit Düsseldorf Storys.

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Düsseldorfer Lebensgeschichten erweitern die Wanderausstellung

„gefährdet leben“ wurde als Wanderausstellung durch das Magnus-Hirschfeld-Institut in Berlin kuratiert. Für die Präsentation in Düsseldorf ergänzte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Astrid Hirsch-von Borries das Konzept um eine lokale Perspektive.

Dadurch rücken Einzelschicksale aus der Stadt in den Vordergrund. Gezeigt wird, wie queere Menschen mit Ausgrenzung, Denunziation und staatlicher Verfolgung umgingen. Die Ausstellung fragt zugleich danach, wie Einzelne die Jahre des Nationalsozialismus überstanden und welche Rolle persönliche Netzwerke sowie unterstützende Menschen spielten.

Eine zentrale historische Grundlage der Verfolgung war der Paragraf 175. Er richtete sich gegen homosexuelle Männer und blieb auch nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland in Kraft. Erst 1994 wurde er abgeschafft. Nach Darstellung der Gedenkstätte trug diese fortgesetzte Kriminalisierung dazu bei, dass die Aufarbeitung der Verfolgung queerer Menschen stark verzögert begann.

Ein historischer Ort mitten in der Altstadt

Das Gebäude an der Mühlenstraße ist selbst Teil der Düsseldorfer Geschichte. Es ist mehr als 400 Jahre alt und diente zunächst einem Jesuitenorden, später unter anderem als Sternwarte und Verwaltungsgebäude. Teile des Hauses wurden ab 1913 von der städtischen Polizei genutzt; 1926 wurde es Sitz des Düsseldorfer Polizeipräsidiums.

In den Jahren 1933 und 1934 waren dort zeitweise auch Gestapo und SS untergebracht. Von diesem Standort aus wurden politische Gegner verfolgt. Seit November 1935 nutzte zudem eine Dienststelle der Wehrmacht Räume des Gebäudes für Musterungen. Im Keller ist bis heute ein Luftschutzraum erhalten, der nach Angaben der Gedenkstätte besichtigt werden kann.

Die 1987 gegründete Mahn- und Gedenkstätte arbeitet die Geschichte des Nationalsozialismus in Düsseldorf vor allem anhand von Biografien auf. Persönliche Dokumente, Fotografien und aufgezeichnete Stimmen von Überlebenden sollen nachvollziehbar machen, wie Verfolgung das Leben einzelner Menschen veränderte. Seit 2015 liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Lebensgeschichten von Kindern und Jugendlichen.

Freier Eintritt und Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse

Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie in die Sonderausstellung ist frei. Das Haus entwickelt außerdem Angebote für Menschen mit Behinderungen. Dazu gehören individuell angepasste Führungen und Formate, die stärker mit Bildern und teilweise ohne längere Texte arbeiten.

Ausstellungstexte in leichter Sprache werden derzeit gemeinsam mit einem Übersetzungsbüro und Menschen mit Behinderungen vorbereitet. Eine erste Führung in Gebärdensprache befindet sich nach Angaben von Frederike Krenz, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin Inklusion, noch in Planung.

„gefährdet leben“ läuft bis einschließlich 30. August in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße, in der Altstadt. Eine konkrete Besuchszeit oder eine notwendige Voranmeldung nennt die vorliegende Quelle nicht; bestätigt sind der freie Eintritt, der Ausstellungsort und das Enddatum.

Quelle: Visit Duesseldorf Storys

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