Wie gelangte das Eigentum von 150 jüdischen Familien aus Lagerstätten bei Rotterdam zu Versteigerungen nach Lübeck? Dieser Frage widmet sich Susanne Kiel am Mittwoch, 2. September 2026, bei einem Vortrag im Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule. Die Veranstaltung richtet sich besonders an Menschen, die sich für NS-bedingte Enteignungen, Provenienzforschung und die Schicksale der betroffenen Familien interessieren.
| Termin | Praktische Angaben |
|---|---|
| Datum und Uhrzeit | 2. September 2026, 18 bis 20 Uhr |
| Veranstaltungsort | Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule, Legienstraße 35, Kiel |
| Veranstalter | SHKV |
| Eintritt und Anmeldung | In der Veranstaltungsankündigung sind weder ein Preis noch eine erforderliche Anmeldung genannt. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass der Eintritt frei oder eine Teilnahme ohne Anmeldung möglich ist. |
Wie die Umzugsgüter nach Lübeck gelangten
Der Vortrag „Die Holland-Aktion“ zeichnet den Weg von Möbeln, Musikinstrumenten, Kleidung, Hausrat, Fotoalben, Kunstwerken und persönlichen Papieren nach. Diese Gegenstände gehörten Menschen, die als jüdisch verfolgt wurden und aus dem Deutschen Reich fliehen mussten. Ihr Besitz war für das neue Leben im unfreiwilligen Exil in Übersee bestimmt.
Weil die Schiffe die Niederlande nicht verlassen konnten, wurden die Umzugsgüter zunächst in Rotterdam und Umgebung eingelagert. Ab Dezember 1942 transportierte Schenker & Co. die großen Überseekisten, sogenannten Liftvans, zusammen mit Kollies und Koffern per Binnenschiff über Delfzijl und Hamburg nach Lübeck.
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Dort ließ das Wirtschaftsamt die Umzugsgüter zwischen Januar und September 1943 öffentlich versteigern. Antiquitäten und Kunstwerke waren zuvor teilweise aus den Transporten entnommen worden. Nach Angaben der Veranstaltungsankündigung gelangten solche Objekte an Museen und Institutionen in Lübeck, möglicherweise auch nach Kiel. Diese Formulierung markiert zugleich eine noch nicht abschließend geklärte lokale Spur.
Forschung zwischen Transportwegen und Familiengeschichten
Susanne Kiels Vortrag verbindet den Ablauf der Transporte und Versteigerungen mit der heutigen wissenschaftlichen Aufarbeitung. Dabei geht es nicht allein um Frachtwege und beteiligte Stellen, sondern ebenso um die Familien, denen das Eigentum gehörte. Sie erfuhren erst lange nach Kriegsende, was mit ihren eingelagerten Gegenständen geschehen war.
Die Enteignungen werden laut Ankündigung erstmals wissenschaftlich untersucht. Gefördert wird die Forschung vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte veröffentlicht die Ergebnisse in der Datenbank LostLift. Sie bildet damit den dokumentarischen Bezugspunkt für die im Vortrag vorgestellte Forschung.
Vor dem Besuch noch einmal prüfen
Bestätigt sind der Termin von 18 bis 20 Uhr und das Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule als Veranstaltungsort. Angaben zu Eintritt, Anmeldung, Barrierefreiheit oder Anreise enthält die Quelle nicht. Wer diese Punkte vorab klären muss, sollte deshalb die Veranstaltungsseite der Kunsthalle zu Kiel auf mögliche Ergänzungen prüfen.
Quelle: Kunsthalle zu Kiel – Veranstaltungen
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Quellenprüfung Quellennachweis
Termin, Veranstaltungsort, Thema und bekannte Informationslücken wurden anhand der Ankündigung der Kunsthalle zu Kiel erfasst.
- Datum und Uhrzeit: 2. September 2026, 18 bis 20 Uhr
- Veranstaltungsort: Glasfoyer der Muthesius Kunsthochschule, Legienstraße 35
- Vortragende und Thema: Susanne Kiel über die „Holland-Aktion“
- Die Quelle nennt weder Eintrittspreis noch Anmeldemodalitäten
- Quelle
- Kunsthalle zu Kiel – Veranstaltungen
- Umfang
- Kiel
- Aktualisiert
- 2026-09-07 19:26
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