Am 20. August 2026 richtet sich der Blick im Kieler Flandernbunker auf ein lange verdrängtes Kapitel der europäischen Kunstgeschichte. Das Kunstgespräch „Die ‚erschossene Renaissance‘ – die ukrainische Avantgarde damals und heute“ mit der Kunsthistorikerin und Kuratorin Dr. Olena Balun beginnt um 18 Uhr und endet um 20 Uhr. Veranstaltungsort ist der Flandernbunker Mahnmal Kilian e.V. an der Kiellinie 249 in Kiel. Ein Preis sowie ein Anmelde- oder Eintrittsverfahren sind in der Ankündigung der Kunsthalle zu Kiel nicht angegeben.
Inhaltlich ist der Abend besonders für Menschen interessant, die sich mit ukrainischer Kultur, der europäischen Moderne und den Folgen politischer Gewalt für Kunst und kulturelles Gedächtnis beschäftigen möchten. Das Gespräch verbindet dabei historische Einordnung mit der Frage, welche Parallelen sich zur Situation heutiger ukrainischer Kunst- und Kulturschaffender ziehen lassen.
Was mit der „erschossenen Renaissance“ gemeint ist
Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in der Ukraine eine international vernetzte und experimentierfreudige Moderne. Kunstschaffende und Intellektuelle waren nach Darstellung der Veranstaltungsankündigung nicht nur im kulturellen Leben aktiv: Sie beeinflussten auch Bildung, Wissenschaft und Politik und verbanden ihr Wirken mit der Idee, eine bessere Gesellschaft aufzubauen.
Dieser Aufschwung endete in den 1930er-Jahren gewaltsam. Die Herrschaft wurde mit Folter, Straflagern und Hinrichtungen durchgesetzt. Hinzu kamen die Kriminalisierung der Opfer, die Zerstörung ihrer Werke und die systematische Tilgung der Erinnerung an sie. Für diese historische Zäsur steht der Begriff „erschossene Renaissance“.
Das Kieler Gespräch bleibt jedoch nicht bei der historischen Rückschau. Thematisiert werden auch heutige Handlungsstrategien von Kunst- und Kulturschaffenden in der Ukraine. Ausgangspunkt ist die in der Ankündigung beschriebene erneute Zerstörung und Fremdaneignung ukrainischer Kultur durch Russland sowie die Sorge, dass sich frühere Muster wiederholen könnten.
Olena Baluns Forschung trifft auf kuratorische Praxis
Dr. Olena Balun wurde in Kyiw geboren. Sie studierte zunächst Fremdsprachen an der Taras-Schewtschenko-Universität Kyiw und anschließend Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort promovierte sie 2014 mit einer Arbeit über die ukrainische Avantgarde.
Später unterrichtete Balun Kunstgeschichte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, arbeitete als freie Kuratorin und engagierte sich im Ukraine Art Aid Center für den Erhalt und die Sicherung kriegsbedrohter ukrainischer Kulturgüter. Seit Oktober 2024 ist sie Kuratorin an der Akademie der Bildenden Künste in München. Damit bringt sie sowohl wissenschaftliche Forschung zur Avantgarde als auch praktische Erfahrung im Umgang mit gefährdetem Kulturerbe in das Gespräch ein.
Moderiert wird der Abend von Sarah Petschow, die laut Ankündigung die Geschäftsführung des SHKV und das Veranstaltungsprogramm im Auftrag der Kunsthalle zu Kiel verantwortet.
Termin, Adresse und Informationsstand
Das Kunstgespräch findet am 20. August 2026 von 18 bis 20 Uhr im Flandernbunker Mahnmal Kilian e.V., Kiellinie 249, 24106 Kiel, statt. Die Wahl eines Mahnmals als Gesprächsort unterstreicht den Bezug des Themas zu Gewalt, Erinnerung und kultureller Auslöschung.
Quelle und maßgeblicher Stand für mögliche Aktualisierungen sind die Veranstaltungsinformationen der Kunsthalle zu Kiel.
Quelle: Kunsthalle zu Kiel – Veranstaltungen
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Quellenprüfung Quellennachweis
Termin, Ort, Beteiligte und Gesprächsschwerpunkte wurden anhand der Veranstaltungsankündigung der Kunsthalle zu Kiel dargestellt.
- Datum und Veranstaltungszeit mit der Ankündigung abgeglichen
- Veranstaltungsort und vollständige Kieler Adresse übernommen
- Biografische Angaben zu Dr. Olena Balun auf die Quelle beschränkt
- Fehlende Preis- und Anmeldeinformationen ausdrücklich gekennzeichnet
- Quelle
- Kunsthalle zu Kiel – Veranstaltungen
- Umfang
- Kiel
- Aktualisiert
- 2026-08-19 11:48
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