Eine nächtliche Tankstelle bei Schnee verdeutlicht die Relevanz von Spritkosten und effizienter Routenplanung.

Spritkosten senken: Tankpreise vergleichen und Fahrten bündeln

Wer die Spritkosten im Herbst kontrollieren will, kann an zwei Stellschrauben drehen: Preise am eigenen Standort vergleichen und unnötige Kilometer vermeiden. Die Preise für Benzin und Diesel ändern sich laufend und unterscheiden sich je nach Tankstelle und Zeitpunkt. Ein Vergleich zeigt deshalb eine Momentaufnahme, keine Garantie für den günstigsten Preis bei der Ankunft.

Tankstellenpreise am eigenen Standort vergleichen

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt sammelt gemeldete Preisänderungen und stellt sie zugelassenen Verbraucher-Informationsdiensten bereit. Über solche Dienste lassen sich Tankstellen in der Umgebung nach Kraftstoffart und Preis vergleichen. Der ADAC bietet außerdem Informationen und Tipps rund ums Tanken.

Für einen brauchbaren Vergleich sollten Sie zuerst den richtigen Kraftstoff auswählen und Ihren Standort oder eine konkrete Strecke eingeben. Prüfen Sie anschließend, wann der Preis zuletzt gemeldet wurde und wie weit die Tankstelle von Ihrer geplanten Route entfernt liegt. Ein günstiger angezeigter Preis kann sich bereits geändert haben.

  • Vergleichen Sie Benzin oder Diesel passend zu Ihrem Fahrzeug.
  • Achten Sie auf den Zeitpunkt der Preisangabe und prüfen Sie den Preis kurz vor dem Losfahren erneut.
  • Betrachten Sie Tankstellen entlang einer ohnehin geplanten Strecke, nicht nur die mit dem niedrigsten angezeigten Preis.
  • Nutzen Sie denselben Informationsdienst für den Vergleich, damit Sie Umkreis und Kraftstoffart einheitlich einstellen.

Die Markttransparenzstelle ist keine Preisempfehlung und legt keinen einheitlichen Tankpreis fest. Sie verbessert die Verfügbarkeit von Preisangaben, damit Autofahrer Angebote vergleichen können. Der angezeigte Preis gilt für den jeweiligen Meldestand; die tatsächliche Ersparnis hängt davon ab, ob der Preis bis zur Ankunft unverändert bleibt.

Lohnt sich der Umweg zur günstigeren Tankstelle?

Ein niedrigerer Literpreis spart nur dann Geld, wenn der zusätzliche Weg die Ersparnis nicht aufzehrt. Entscheidend sind die getankte Menge, der Preisabstand und die zusätzlichen Kilometer. Für den Umweg zählt der Verbrauch des Autos; wer dafür eine genaue Rechnung möchte, kann außerdem den tatsächlichen Kraftstoffpreis pro Liter einsetzen.

Eine einfache Überschlagsrechnung hilft: Multiplizieren Sie den Preisunterschied je Liter mit der geplanten Tankmenge. Schätzen Sie danach den Kraftstoffbedarf für die zusätzlichen Kilometer und multiplizieren Sie ihn mit dem Preis je Liter. Bleibt die mögliche Ersparnis deutlich größer als die Zusatzkosten, kann der Abstecher sinnvoll sein. Bei einem kleinen Preisunterschied oder einem großen Umweg ist der Vorteil schnell dahin.

Rechnen Sie außerdem mit der gesamten Zusatzstrecke. Ein Abstecher von zwei Kilometern in eine Richtung bedeutet nicht zwei, sondern ungefähr vier zusätzliche Kilometer, wenn Sie zurück auf Ihre Route müssen. Zeit, Verkehr und eine mögliche Änderung des Tankstellenpreises kommen als praktische Faktoren hinzu.

Kurze Fahrten bündeln und Wege planen

Mehrere kurze Fahrten lassen sich oft zu einer gemeinsamen Tour verbinden. Legen Sie Besorgungen, Arzttermine oder andere regelmäßige Wege nach Möglichkeit auf denselben Tag und planen Sie eine Route, die unnötige Schleifen vermeidet. So sinkt die gefahrene Strecke, ohne dass dafür eine bestimmte Tankstelle angefahren werden muss.

Prüfen Sie vor dem Start, ob ein zusätzlicher Weg wirklich nötig ist und ob sich Ziele in einer ähnlichen Richtung zusammenlegen lassen. Bei wiederkehrenden Fahrten können Sie eine einfache Wochenübersicht nutzen: Welche Wege sind fest, welche lassen sich verschieben, und welche Ziele liegen nahe beieinander? Passen Sie den Plan an Öffnungszeiten, Verkehr und persönliche Bedürfnisse an.

Spritkosten senken: Tankpreise vergleichen und Fahrten bündeln

Auch beim Bündeln gilt: Nicht jede Fahrt lässt sich verschieben oder kombinieren. Die sinnvolle Route ist die, die zu Ihrem Alltag passt. Planen Sie keine zusätzlichen Kilometer allein für eine vermeintliche Ersparnis, wenn die Fahrt dadurch länger wird als der Preisvorteil wert ist.

Rechenbeispiel: Preisvorteil und Umweg getrennt prüfen

Das folgende Beispiel verwendet frei gewählte Rechenwerte, keine aktuellen Tankstellenpreise. Damit lässt sich die Methode nachvollziehen und mit eigenen Angaben ersetzen.

Angenommen, ein Auto benötigt 7 Liter je 100 Kilometer. Eine alternative Tankstelle liegt insgesamt 8 Kilometer zusätzliche Strecke entfernt. Der angesetzte Kraftstoffpreis beträgt 1,80 Euro je Liter. Bei einer geplanten Tankmenge von 40 Litern ist der Preis dort 3 Cent je Liter niedriger.

Der Preisvorteil beträgt 40 Liter × 0,03 Euro, also 1,20 Euro. Für den Umweg benötigt das Auto rechnerisch 8 km × 7 Liter ÷ 100 km = 0,56 Liter. Diese Menge kostet bei 1,80 Euro je Liter rund 1,01 Euro. Unter diesen Annahmen blieben etwa 19 Cent Vorteil.

Das Ergebnis ist knapp und kann sich schon durch einen geänderten Preis, eine andere Tankmenge oder eine längere Strecke umkehren. Verbrauch, Strecke und Preis wurden deshalb getrennt ausgewiesen. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein und berücksichtigen Sie, dass ein angezeigter Tankstellenpreis bis zur Ankunft abweichen kann.

Eine einfache Routine für den nächsten Tankstopp

Vor einer geplanten Tankfahrt genügen meist drei kurze Prüfungen: Vergleichen Sie den Kraftstoffpreis in Ihrer Nähe oder entlang der ohnehin geplanten Route, kontrollieren Sie den Meldestand und schätzen Sie einen möglichen Umweg gegen die Literersparnis ab. Wenn mehrere kurze Wege anstehen, prüfen Sie zugleich, ob sie sich zu einer Tour verbinden lassen.

Der ADAC und die Informationen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe können beim Einordnen und Vergleichen helfen. Den größten Nutzen bringt der Vergleich, wenn Sie ihn mit Ihrer tatsächlichen Route und Tankmenge verbinden. Ein konkreter Preis ist immer eine Momentaufnahme und sollte unmittelbar vor der Fahrt erneut geprüft werden.

Quelle: Bundeskartellamt

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