Moderne Zapfsäule an einer Tankstelle bei Nacht im gedimmten Licht.

Spritpreise im Herbst: So sparen Autofahrer beim Tanken

Wer im Herbst beim Tanken sparen möchte, sollte nicht nur den Literpreis betrachten. Entscheidend ist, ob der Preisvorteil die zusätzliche Anfahrt ausgleicht, wie groß die Tankfüllung ist und wie hoch der Verbrauch des Autos liegt. Der ADAC stellt laufende Informationen und Auswertungen zu Kraftstoffpreisen in Deutschland bereit und eignet sich damit als Ausgangspunkt für den regionalen Vergleich.

Tageszeit und Entfernung beeinflussen den Tankpreis

Kraftstoffpreise können sich im Tagesverlauf verändern und zwischen Tankstellen deutlich unterscheiden. Ein günstiger Preis an einer Station ist deshalb nur eine Momentaufnahme. Wer aktuelle Werte vergleicht, sollte möglichst Tankstellen in der Nähe des eigenen Arbeitswegs, Einkaufswegs oder Wohnorts einbeziehen.

Für den Vergleich helfen regionale Preisübersichten und die laufenden ADAC-Kraftstoffpreisangaben. Sie zeigen, in welcher Größenordnung sich Benzin, Diesel und Super E10 bewegen. Einen festen Herbstpreis gibt es daraus jedoch nicht: Preise können sich je nach Ort, Anbieter und Zeitpunkt unterscheiden.

Die einfache Rechnung für Tankfüllung und Umweg

Der Preisvorteil lässt sich mit einer kurzen Rechnung prüfen:

Ersparnis beim Tanken = Preisunterschied je Liter × getankte Liter

Davon müssen die Kosten für den zusätzlichen Weg abgezogen werden. Bei einem Fahrzeug mit 50-Liter-Tank und einem Preisunterschied von 5 Cent je Liter beträgt die rechnerische Ersparnis 2,50 Euro. Fährt das Auto dafür mehrere Kilometer Umweg, kann dieser Vorteil durch zusätzlichen Kraftstoffverbrauch schnell kleiner werden oder verschwinden.

Auch die Tankfüllung ist wichtig. Wer nur 20 Liter nachfüllt, spart bei demselben Preisabstand weniger als bei einer fast vollständigen 50-Liter-Füllung. Ein Vergleich lohnt sich daher besonders dann, wenn ohnehin getankt werden muss und die günstigere Station ohne wesentlichen Umweg erreichbar ist.

Kilometerkosten statt nur Literpreise vergleichen

Für eine realistische Einschätzung sollten Autofahrer die Kilometerkosten berücksichtigen. Dafür genügt eine Näherung:

Spritpreise im Herbst: So sparen Autofahrer beim Tanken
  • Verbrauch pro 100 Kilometer durch 100 teilen.
  • Das Ergebnis mit dem Kraftstoffpreis multiplizieren.
  • Die zusätzlich gefahrenen Kilometer damit berechnen.

Ein Auto mit 6 Litern Verbrauch benötigt für 10 zusätzliche Kilometer etwa 0,6 Liter Kraftstoff. Bei einem Preis von 1,80 Euro je Liter kostet der Umweg rund 1,08 Euro. Hinzu kommen Zeit, Verkehr und gegebenenfalls Verschleiß. Der niedrigere Literpreis ist daher nicht automatisch die günstigere Entscheidung.

Reifendruck und Fahrstil senken den Verbrauch

Die Tankkosten hängen nicht nur vom Preis an der Zapfsäule ab. Ein passender Reifendruck unterstützt einen niedrigen Rollwiderstand. Der empfohlene Wert steht meist in der Betriebsanleitung, an der Türinnenseite oder an der Tankklappe. Der Druck sollte besonders vor längeren Fahrten und bei hoher Beladung geprüft werden.

Auch ein gleichmäßiger Fahrstil kann helfen. Starkes Beschleunigen, häufiges Bremsen und hohe Geschwindigkeiten erhöhen den Verbrauch. Wer vorausschauend fährt, unnötiges Leerlaufen vermeidet und Dachträger oder Gepäckboxen nur bei Bedarf nutzt, kann die Kilometerkosten senken.

Passt Super E10 zum eigenen Fahrzeug?

Super E10 kann günstiger sein als herkömmliches Superbenzin, ist aber nicht für jedes Fahrzeug freigegeben. Vor dem Tanken sollten Autofahrer die Betriebsanleitung, den Tankdeckel oder die Angaben des Herstellers prüfen. Fehlt eine eindeutige Freigabe, sollte das Fahrzeug nicht auf eigene Vermutung mit E10 betankt werden.

Bei freigegebenen Fahrzeugen muss der Preisvorteil im Verhältnis zum tatsächlichen Verbrauch betrachtet werden. Entscheidend ist nicht allein der niedrigere Literpreis, sondern die Kosten pro Kilometer und die sichere Eignung für das Fahrzeug.

So treffen Autofahrer die bessere Tankentscheidung

  1. Aktuelle Preise in der eigenen Region prüfen, etwa über die ADAC-Kraftstoffpreisangaben.
  2. Den Preisunterschied mit der geplanten Tankmenge multiplizieren.
  3. Zusätzliche Kilometer und den eigenen Verbrauch einrechnen.
  4. Reifendruck, Beladung und Fahrstil berücksichtigen.
  5. Vor E10-Nutzung die Herstellerfreigabe kontrollieren.

Der sinnvollste nächste Vergleich ist damit immer der aktuelle Preis an erreichbaren Tankstellen. Ändern sich Preis, Tankmenge oder Umweg, kann sich auch die günstigste Entscheidung ändern.

Quelle: ADAC

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