Die deutsche Flagge weht vor dem historischen Reichstagsgebäude in Berlin.

Warum der 3. Oktober Deutschlands Nationalfeiertag ist

Der 3. Oktober ist Deutschlands Nationalfeiertag, weil an diesem Tag 1990 die Deutsche Demokratische Republik der Bundesrepublik Deutschland beitrat. Der Mauerfall am 9. November 1989 machte die Einheit möglich, vollzog sie aber noch nicht. Auch zum 36. Jahrestag im Jahr 2026 hilft diese Unterscheidung, die Geschichte hinter dem Feiertag zu verstehen.

Von der Redaktion Monalita.de

Drei Daten auf dem Weg zur deutschen Einheit

  • 9. November 1989: Die Berliner Mauer fällt. Die Grenze öffnet sich, doch DDR und Bundesrepublik bleiben zwei Staaten.
  • 31. August 1990: Vertreter beider deutscher Staaten unterzeichnen den Einigungsvertrag. Er regelt wesentliche Bedingungen der Vereinigung und bestimmt den 3. Oktober zum gesetzlichen Feiertag.
  • 3. Oktober 1990: Der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wird wirksam. Die staatliche Einheit Deutschlands ist vollzogen.

Die drei Daten bezeichnen unterschiedliche Schritte. Der 9. November steht für den Durchbruch an der Grenze. Der Einigungsvertrag schafft eine rechtliche Grundlage für das Zusammenwachsen der Staaten. Am 3. Oktober tritt die vereinbarte staatliche Veränderung ein. Deshalb erinnert der Nationalfeiertag an den Vollzug der Einheit und nicht allein an das Ereignis, das ihr den Weg öffnete.

Was am 9. November 1989 geschah

Nach jahrzehntelanger Teilung konnten Menschen die Grenze zwischen Ost- und Westberlin am Abend des 9. November 1989 passieren. Die Bilder von den geöffneten Übergängen und den Menschen auf der Berliner Mauer wurden zum weltweit sichtbaren Zeichen für das Ende der Teilung. Für viele Familien und Freunde war dieser Abend auch eine unmittelbare persönliche Zäsur.

Die Öffnung der Grenze bedeutete jedoch noch keine Wiedervereinigung. Die DDR hatte weiterhin eigene staatliche Institutionen; die Bundesrepublik bestand ebenfalls als eigener Staat fort. Fragen zu Gesetzen, Verwaltung, Wirtschaft und internationaler Stellung mussten erst geklärt werden. Wer den Mauerfall mit dem Nationalfeiertag gleichsetzt, überspringt diese entscheidenden Monate.

Der 9. November trägt zudem weitere, sehr unterschiedliche Ereignisse der deutschen Geschichte. Dazu gehören die Novemberpogrome von 1938, bei denen Nationalsozialisten jüdische Menschen verfolgten und Synagogen zerstörten. Der 3. Oktober erlaubt es, die staatliche Einheit an ihrem tatsächlichen Vollzugsdatum zu begehen, ohne diese Geschichte des 9. November zu überlagern.

Wie aus dem Einigungsvertrag der Feiertag wurde

Im Einigungsvertrag vereinbarten DDR und Bundesrepublik die Bedingungen für die Vereinigung. Dazu gehörte die Festlegung des 3. Oktober als „Tag der Deutschen Einheit“. Das Datum bezeichnet also nicht einen später gewählten Gedenktag: Es ist der Tag, an dem der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wirksam wurde.

Warum der 3. Oktober Deutschlands Nationalfeiertag ist

Dieser Weg ist für die Bedeutung des Feiertags wichtig. Die Wiedervereinigung war kein einzelner Moment auf der Mauer, sondern ein politischer und rechtlicher Prozess. Der Vertrag regelte den Übergang in einen gemeinsamen Staat. Mit seinem Wirksamwerden am 3. Oktober 1990 endete die Existenz zweier deutscher Staaten.

Zuvor hatte die Bundesrepublik am 17. Juni an die deutsche Teilung und den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 erinnert. Mit der staatlichen Einheit erhielt der gemeinsame Feiertag ein neues Datum und einen anderen historischen Bezug: Er erinnert seitdem an die vollzogene Vereinigung.

Warum „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“ nicht dasselbe sind

Der Begriff Mauerfall beschreibt das Ende der praktisch abgeriegelten Grenze in Berlin im November 1989. Wiedervereinigung bezeichnet dagegen die Herstellung eines gemeinsamen deutschen Staates. Zwischen beiden Ereignissen lagen Verhandlungen und Entscheidungen, deren Ergebnis im Einigungsvertrag festgehalten wurde.

Diese Unterscheidung hilft auch beim Blick auf persönliche Erinnerungen. Für Menschen, die am 9. November erstmals wieder Angehörige besuchen konnten, mag der Mauerfall der prägendere Tag sein. Der Nationalfeiertag folgt einer anderen Frage: Ab wann gab es die DDR und die Bundesrepublik nicht mehr als zwei getrennte deutsche Staaten? Die Antwort lautet: seit dem 3. Oktober 1990.

Der Deutsche Bundestag dokumentiert den historischen Weg zur deutschen Einheit und nennt den 3. Oktober 1990 als Datum der staatlichen Vereinigung. Am 3. Oktober 2026 jährt sich dieser Schritt zum 36. Mal. Das Jubiläum erinnert damit an den Abschluss eines Weges, der mit der Öffnung der Mauer noch nicht beendet war.

Quelle: Deutscher Bundestag

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Weitere Geschichten